Wegekreuz - 1855
Peter Josef Müller - Catharina Cappel
Zu den weitläufigen Ländereien des Elvekumer Hofes gehörte auch das Flurstück mit der Bezeichnung Gotteslinde, wo die Eheleute Müller das Kreuz unter einer Linde aufstellen ließen. In den 1960er wurde es wegen des Baus der A57 an seinen heutigen Standort versetzt. Verborgen auf der Rückseite des Kreuzes befindet sich die folgende Inschrift: Errichtet im Jahre 1855 am 16. Juni von den Eheleuten P. Jos. Müller – Cath. Müller geb. Cappel.
Neuss-Rosellen
Hofstraße / Kapellenweg
Auf der Vorderseite ist unter verzierten Bögen eingerahmt ein Vers aus dem 1. Petrusbrief zu lesen: Er trug unsre Sünden selbst an seinem Leibe auf dem Holze, damit wir der Sünde abgestorben der Gerechtigkeit lebten, durch dessen Wunden ihr geheilt worden seid – 1 Petri 2,24. Die gestalterische Ausführung übernahmen die Kölner Steinmetze Wolff und Hiller, deren Namen im Sockel des Kreuzes eingraviert sind.
Der Elvekumer Hof gelangte durch die Heirat von Anna Gertrud Elfes mit Hermann Müller vom Wichernshof im Kölner Norden in den Besitz der Familie Müller. Zu diesem Zeitpunkt war das Pachtverhältnis unklar, da sowohl die Pächterin Katharina Elfes als auch der Gutsherr Ferdinand Heinrich Freiherr von Cortenbach und dessen Witwe Anna Maria Odilia bereits verstorben waren. Herrmann Müller bemühte sich daher sofort um den Abschluss eines neuen Pachtvertrages. Im Jahr 1825 übernahm sein Sohn Peter Josef Müller die Verhandungen. Für den Jungbauer war es zunächst nur möglich eine Pachtdauer von sechs Jahren bis 1831 zu vereinbaren. Kurz vor Ablauf der Pachtzeit heiratete er die 20-jährige Anna Katharina Cappel vom nur etwa zwei Kilometer entfernten Sandhof. Da Peter Josef Müller während der sechsjährigen Pachtzeit seine Fähigkeiten den Hof zu bewirtschaften unter Beweis stellen konnte, wurde der Vertrag für weitere zwölf Jahre bis 1843 verlängert. In den folgenden jahrelangen Verhandlungen ging es ihm vor allem um den Erwerb des Hofes. Schließlich konnte Peter Josef Müller, den Eigentümer Edmund Graf von Hatzfeld im Jahr 1845 davon überzeugen, ihm den Hof zu verkaufen.
Das ehemalige Flurstück Gotteslinde ist durch den Bau der Autobahn A57 sowie den späteren Anschluss der A46 im Dreieck Neuss-Süd überbaut worden. Die weitere Ansiedlung von Gewerbe und deren Verkehrsanbindungen trugen dazu bei, dass heute nur noch eine kleine Kompensationsfläche zum Artenschutz für Feldvögel übrig geblieben ist.
- Huck, Jürgen (Hrsg.): Neuss-Elvekum. Vom Dorf zum Stadtteil (1983), Schriftenreihe des Stadtarchivs Neuss, Band 8, Seiten 117-128
- Kolbecher, Simon / Müller, Gerhard: Zu Wegkreuzen, Heiligenhäuschen und Wegkapellen im südlichen Stadtgebiet von Neuss (2007) in: Jahrbuch für den Rhein-Kreis Neuss (Seiten 152-275)